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Unterwegs in Deutschland

The Square in Frankfurt © Fraport AG

Fahrscheine

Sie können an einem der vielen Fahrkarten-Automaten in den Bahnhöfen Fahrscheine für Einzelfahrten kaufen oder auch Tages-, Wochen-, Monats und auch Jahreskarten. Je länger der Zeitraum ist, umso günstiger ist der Preis. Die Tages-, Wochen-, Monats und Jahreskarten können meist nur am Schalter erworben werden (die Öffnungszeiten sind von Station zu Station unterschiedlich), manchmal aber auch an ausgewählten Automaten oder an einem der vielen neuen Kioske. Die Tages-, Wochen-, Monats und Jahreskarten sind üblicherweise übertragbar, das heißt, sie können sie an Freunde der Familienmitglieder weitergeben, wenn sie die Karte selbst nicht brauchen.

Die meisten Kommunen nutzen eine Art Vertrauenssystem für den öffentlichen Nahverkehr. Das heißt, Sie kaufen ein Ticket oder eine Dauerkarte, bevor Sie in den Zug steigen; gewöhnlich müssen Sie Ihre Fahrkarte bei Reiseantritt nicht vorzeigen. Eine  Ausnahme gibt es bei Bussen, dort muss der Fahrgast nach 20 Uhr beim Fahrer einsteigen und seinen Fahrschein vorzeigen.

Denken Sie aber nicht, dass dieses System eine Aufforderung ist, schwarz zu fahren. Es handelt sich, wie gesagt, um eine Art Vertrauenssystem, und diejenigen, die dieses entgegengebrachte Vertrauen missbrauchen und keine Fahrkarte haben, müssen eine empfindliche Strafe zahlen. Fahrkartekontrolleure, die in ihrer Alltagskleidung oftmals als solche nicht zu erkennen sind, fahren in den Bahnen mit, um Schwarzfahrer aufzuspüren. Sie beginnen mit ihren Kontrollen erst dann, wenn sich die Bahn in Bewegung gesetzt hat, so dass es keine Chance gibt, der Sache zu entkommen. Wenn Sie beim Schwarzfahren erwischt werden, werden Sie aufgefordert, sofort eine Strafe von 40 Euro zu zahlen. Wenn Sie nicht genügend Geld bei sich haben, bekommen Sie einen  Zettel ausgehändigt, auf dem steht, wie und wo sie die Strafe zahlen. Zahlen Sie die Strafe nicht innerhalb der angegebenen Frist, bekommen Sie eine Aufforderung nach Hause geschickt (deshalb verlangen die Kontrolleure auch, dass Sie einen Pass oder ein anderes offizielles Dokument vorzeigen) und die Strafe erhöht sich. Je länger Sie die Zahlung verschleppen, umso höher wird die Strafe, letztendlich kann  ein Prozess drohen.

Bahnreisen

Deutschland ist bekannt für sein effizientes und ausgedehntes Streckennetz (Deutsche Bahn, DB).  Es gibt viele Geschäftsreisende und Urlauber, die bestätigen, dass es nicht nur günstiger ist, mit der Bahn zu reisen, sondern auch schneller und bequemer als mit dem Flugzeug innerhalb Deutschlands oder in Nachbarländer zu fliegen.
Offenbar sind mittlerweile viele Menschen zu diesem Schluss gekommen, denn die Hauptstrecken sind teils ziemlich überfüllt. Deshalb ist es außerordentlich empfehlenswert, zu Stoßzeiten einen Sitzplatz zu reservieren (Reservierung mindestens 24 Stunden vor Reiseantritt, die Gebühr beträgt drei Euro pro Person und Strecke). Zu den Hauptverkehrszeiten zählen Freitagnachmittage, Sonntagabende und die Nachmittage am Beginn und am Ende der Ferienzeit. Reservieren Sie nicht, stehen Sie aller Wahrscheinlichkeit nach in der Menschenmenge in den Gängen.
Die DB unterhält eine hervorragende, mehrsprachige Website (www.bahn.de) mit Reiseplänen und Fahrtkosten. Viele Angebote macht die Deutsche Bahn nur auf ihrer Homepage oder an den Automaten an den Bahnhöfen – und nicht, aus welchen Gründen auch immer, am Ticketschalter.

BahnCard

Das BahnCard-System der deutschen Bahn scheint auf den ersten Blick kompliziert und verwirrend zu sein; doch es ist die Mühe wert, die Möglichkeiten durchzuspielen, denn die Ersparnis gerade für lange Strecken kann enorm sein.
Es gibt zwei Sparsysteme. Das erste nennt sich Plan&Spar-Tarif: Legen sich Passagiere auf einen bestimmten Tag und einen bestimmten Zug fest, gibt es 25 Prozent und 50 Prozent Ermäßigung auf das Standard-Ticket. Die Fahrkarten müssen mindestens drei Tage vor Reiseantritt gekauft werden, und es gelten Sonderbestimmungen für Wochenenden. Zudem wird eine Strafe fällig, wenn die Reservierung nach der Buchung geändert wird.
Das zweite Sparsystem ist die BahnCard. Die BahnCard 25 kostet 59 Euro im Jahr und bietet einen 25-prozentigen Nachlass auf alle Tickets an; die BahnCard 50 kostet 240 Euro und bietet 50 Prozent Nachlass. Hier handelt sich um den flexibelsten Nachlass, aber Sie müssen natürlich die Kosten für die Karte gegen den Rabatt auf das Ticket genau nachrechnen. Denken Sie daran: Die Jahreskarte verlängert sich automatisch, es sei denn, Sie kündigen mindestens sechs Wochen vor Ablauf.

Taxis

Natürlich ist der öffentliche Nahverkehr nicht der einzige Weg, um in Deutschland herum zu kommen. Taxis und Privatautos werden im Privattransport am häufigsten genutzt. Viele Neuankömmlinge werden die Taxipreise im Vergleich zu ihrem Heimatland enorm teuer finden. Aber denken Sie daran, dass Sie dafür meist in bequemen älteren Mercedes-Fahrzeugen chauffiert werden. Die Standard-Grundgebühr für Taxis beträgt zwei Euro, dazu kommen dann 1,60 Euro pro Kilometer. Eventuell fällt auch noch eine Gebühr für Gepäck an.
Taxis warten vor allen großen Bahnhöfen. Taxis stoppen normalerweise nicht mitten im Verkehr an der Straße, obwohl das auch hin und wieder einige tun. Ein Taxi via Telefon zu rufen ist wesentlicher effektiver, sie sind normalerweise in fünf bis zehn Minuten vor Ort.

Auto fahren in Deutschland

Viele Verkehrsregeln unterscheiden sich von denen bei Ihnen zu Hause; es ist deshalb enorm wichtig, dass Sie sich mit den Verkehrsregeln vertraut machen und die Schilder lernen. Ein großer Unterschied ist die Vorfahrtsregelung „rechts vor links“: Derjenige, der von rechts kommt, hat Vorfahrt – sei denn, es gibt ein Schild, das anderes besagt. Achten Sie auch darauf: Sobald ein Fußgänger einen Zebrastreifen betritt, muss das Auto anhalten. Achten Sie besonders auch auf Radfahrer, die auf dem Radweg fahren, ganz besonders, wenn Sie rechts abbiegen wollen. 
Ihr erster Eindruck täuscht, auch in Deutschland darf nicht kreuz und quer und überall geparkt werden. Tatsächlich sind die Parkregeln strenger als zunächst gedacht. Parken ist generell am Straßenrand erlaubt, sei denn, ein Schild besagt das Gegenteil. Schilder zeigen an, ob Parken oder Kurzparken erlaubt ist oder nicht, ob Sie mit zwei oder vier Rädern auf dem Gehsteig parken dürfen oder ob eine Parkscheibe an die Windschutzscheibe gelegt werden muss. Die Parkscheibe gibt es beispielsweise an Tankstellen; Sie benutzen die Parkscheibe in gekennzeichneten Gebieten, wo parken zwar nichts kostet, Sie aber nur eine gewisse Zeit stehen dürfen.
Radarkameras sind in Deutschland weit verbreitet: Es gibt fest installierte Kameras, mit denen die Geschwindigkeit in Orten oder Wohngebieten gemessen wird, und es gibt versteckte Radarfallen, die etwa in Minibussen eingesetzt oder am Straßenrand aufgebaut werden. Wie auch immer – wenn Sie erwischt werden, bekommen Sie den Strafzettel in vier bis sechs Wochen per Post.

Auf der Autobahn

Ganz sicher haben Sie schon viel von der legendären deutschen Autobahn gehört… und sind  entweder scharf darauf, endlich selbst auf dieser Rennstrecke zu fahren oder Sie sehen Ihrer ersten Autobahnfahrt eher ängstlich entgegen. Hier einige warnende Worte zum Fahren auf der Autobahn.
Auf vielen Strecken der Autobahn gibt es kein Tempolimit, auf manchen aber schon – und sie sind gesetzlich verpflichtet, diese vorgeschriebenen Geschwindigkeiten auch einzuhalten. Denken Sie daran: Sie können Ihren Führerschein für einen Monat oder länger verlieren, wenn Sie mit mehr als 30 km/h über der vorgeschriebenen Geschwindigkeit erwischt werden. Besonders streng sind die Behörden rund um die vielen Baustellen; auf vielen Strecken gilt auch etwa bei schlechtem Wetter eine vorüber gehend andere Geschwindigkeit, manchmal sind es nur 60 km/h.
Gibt es keine ausgeschilderte Höchstgeschwindigkeit, fahren die meisten Autos zwischen 120 und 160 km/h, manche sind auch deutlich schneller unterwegs. Die Verkehrsexperten raten aber dann zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h (70 mph) als sicheres Reisetempo.
Eigentlich ist es überflüssig zu betonen, dass die Autobahn äußerst gefährlich ist. Ganz besonders wichtig ist es, daran zu denken, dass sich bei solch hohen Geschwindigkeiten die Lücke zu einem vorausfahrenden LKW oder langsamen Auto viel schneller schließen kann, als Sie es gewohnt sind – und dass Autos plötzlich wie aus dem Nichts in Ihrem Rückspiegel auftauchen.
Eine grundlegende Regel lautet, dass das Überholen nur links erlaubt ist. Wenn Sie ein Auto überholt haben, sollten Sie wieder rechts einscheren. Tatsächlich befolgen viele Deutsche diese Regel geradezu sklavisch, denn sie sorgt für einen glatten, reibungslosen Verkehr bei diesen Höchstgeschwindigkeiten. Aber manche Fahrer sind extrem aggressiv und drängeln bei diesem hohen Tempo.
Auch wenn es gesetzlich verboten ist, zeigen Aufblendlicht oder der gesetzte linke Blinker an, dass das Auto hinter Ihnen überholen möchte. Sollte das passieren, dann wechseln Sie so schnell wie möglich auf die rechte Spur. Überhaupt halten Sie sich am besten rechts bis Sie genügend Erfahrungen auf der deutschen Autobahn gesammelt haben.